Projekt Historischer Speicher / Alte Schmiede

Der Flecken Liebenau kann auf eine lange Schmiedetradition verweisen. Am Rande Liebenaus liegt das archäologisch bedeutsame Gräberfeld der Altsachsen. Bei Grabungen der Uni Göttingen im Jahr 2015 wurde in der Nähe des Gräberfeldes, in einer Hofanlage aus dem Jahr um 800 n. Chr., Eisenluppe gefunden, so dass eine frühe Eisenbearbeitung nachweisbar ist. Im 16. und im Anfang des 17. Jahrhunderts gab es im Gemeindegebiet 7 Reckmühlen, die Sensen schmiedeten. Die Liebenauer Sensenschmiede hatten einen guten Ruf, so dass ihnen vom Herzog zu Braunschweig und Lüneburg das Privileg der Sensenherstellung und somit eine Monopolstellung eingeräumt wurde. Die letzte Sensenschmiede wurde 1913 geschlossen.

 

Der Heimatverein Liebenau möchte diese alte Schmiedetradition wieder aufleben lassen. Im Garten des vereinseigenen Heimathauses, "Witten Hus", soll eine Schmiede errichtet werden. Der Heimatverein kann aus einem Nachbarort einen stark renovierungsbedürftigen Fachwerkspeicher (Alter ca. 200 Jahre) erwerben. Dieses Gebäude (Grundmaße 6 x 5 m) soll abgebaut und im Garten des Heimathauses als Schmiede wieder aufgebaut werden. Die veranschlagten Kosten für diese Maßnahme betragen ca. 41.000 €. Als Einstieg in die Schmiedetradition fand am 12.6.2016 das 1. Liebenauer Schmiedefest statt.

 

Als Nutzungskonzept ist vorgesehen:

 

1. Einrichtung eines kleinen Schmiedemuseums mit vorhandenen Exponaten. (Werkzeuge und Reckhammer der letzten Reckmühle, in Liebenau vor 1913 gefertigte und gestempelte Sensen, der Gildestab der Sensenschmiede, Bilder Liebenauer Schmiede und Meisterbriefe)

 

2. Nutzung der Schmiede für Schmiedekurse, z.B. Messerschmiedekurse. Anschauungsobjekt nicht nur für die Kinder der nahe liegenden Grundschule, sondern auch für Interessierte andere Schulen.

 

3. Nutzung als Hochzeitsschmiede. Das "Witten Hus" wird von der Samtgemeinde Liebenau auf Wunsch auch für Trauungen genutzt. So könnte das Brautpaar  symbolisch vom Schmied vorbereitete Metallringe zusammenschmieden.

Grundsteinlegung historisches Schmiedegebäude


Mai 2018 Die Firma Brüggemann und Köster hat mit der Vormontage und Reparatur des Fachwerkes der Schmiede begonnen.

In einigen Tagen werden erste Fachwerksteile am Wittenhus errichtet.

Jetzt zahlt es sich aus, dass im ganzen letzten Jahr alte Eichenstämme bzw. Eichenbalken zusammengetragen wurden.


 

Baufortschritt historisches Schmiedegebäude

 

Am 11. August 2018 konnte der Heimatverein Richtfest des historischen Schmiedegebäudes feiern.

Alle Vereinsmitglieder, alle Helfer und viele Gäste waren eingeladen.

 

Nachdem unser Zimmermann - Rainer Köper - den Richtspruch gesagt hatte, wurde die Richtkrone am Giebel des wieder errichteten Fachwerkgebäudes hochgezogen.

Im Beisein von Landrat Detlef Kohlmeyer, Samtgemeindebürgermeister Walter Eisner und Bürger-meisterin Margit Schmidt hatten die Gäste Gelegenheit, die aufwendige Restauration in Augenschein zu nehmen.

Über hundert interessierte Gäste konnten sich mit Kaffee und Kuchen oder Bratwurst und Bier am Schmiedeprojekt erfreuen.

 

Durch eine glückliche Fügung konnte wir aus Steyerberg eine komplette Schmiedeeinrichtung mit Esse, Abzug, Amboss sowie vielen Werkzeugen bekommen. Einzige Auflage war, alles wieder in Original-zustand zu bringen und im Schmiedegebäude einzubauen. Am 12. September haben die fleißigen Helfer alles abgeholt und in der Remise von "Witten Hus" eingelagert. 

Im Anhang einige Bilder

  

Es geht voran mit unserem Projekt "historische Schmiede"

 

Die Maurer haben mit dem Ausmauern der Gefache begonnen. Nachdem mehrere Wochen vergeblich nach einem qualifizierten Maurer gesucht wurde, konnten wir jetzt unsere beiden Mitglieder Ingo Kropp und Erich Wallberg gewinnen, die Arbeiten in Angriff zu nehmen.

Zuvor hatte Heiner Clausing in wochenlanger Arbeit alle alten Ziegelsteine mit der Hand vom alten Mörtel befreit und auf Paletten gestapelt. Erhard Herz besorgte eine Mischmaschine. Sand und Kalk wurden vom Vorsitzenden herangekarrt. Sicherlich werden wir in diesem Jahr das Gebäude noch nicht vollständig zumauern. Aber wir sind nun schon einen großen Schritt vorangekommen.

Im Anhang weitere Bilder


Baufortschritt am 27. Mai 2019:



Baufortschritt am 17. August 2019:

 


Baufortschritt am 18. Juni 2020: 

An der Schmiede hat sich viel getan:

 

Stromkabel und Wasserleitung wurden verlegt. Die Elektroinstallation wurde durchgeführt. Der Schornstein wurde an 2 Wochenenden fertiggestellt und vom Schornsteinfeger abgenommen. Die Fenster sind fertigstellt und eingebaut, verglast und gestrichen. Und nun ist auch der Schornstein verschiefert. - Die Schmiede ist ein richtiges Schmuckstück geworden. Als nächstes werden sogenannte Klön-Türen angefertigt und eingebaut.


Endlich ist es soweit, die Klöntüren sind drin: